Allgemeinpharmazie

Ursachen für eine Reizdarmerkrankung?

Die Frage

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Ich (weiblich) leide immer wieder an Durchfällen, Blähungen aber auch Verstopfungen. Langsam weiß ich mir keinen Rat mehr. Kann das ein Reizdarm sein? Welche Ursachen sind typisch für einen Reizdarm? Was soll ich tun?

Die Antwort

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Petra Held-Albrecht
Apothekerin

Der Reizdarm, oder auch das Reizdarmsyndrom genannt, ist eine sehr komplexe Erkrankung mit ganz unterschiedlichen Beschwerden, die teilweise gleichzeitig oder aber im Wechsel auftreten können.

60% der Reizdarm-Patienten sind Frauen. Klassische Beschwerden eines Reizdarmyndroms sind:

• krampfartige Bauchschmerzen 

• Druckgefühl vor allem im Unterbauch

• Völlegefühl

• Blähungen und ein Blähbauch

• Durchfall und/oder Verstopfungen

• Gefühl der unvollständigen Darmentleerung

• Imperativer Stuhlgang (Sruckgefühl oder Schmerzen im bauch, einhergehend mit starkem Stuhldrang)

Diese unterschiedlichen Symptome können getrennt voneinander, aber auch in Kombination oder im Wechsel auftreten. Es gibt keine einheitliche Symptomatik und die einzelnen Beschwerden können sich von Patient zu Patient stark unterscheiden. Bei der Diagnose können Ärzte jedoch keine organische Ursache für die Symptome feststellen.

Die Ursachen sind nach wie vor nicht ganz aufgeklärt. Man geht davon aus, dass nicht nur eine Ursache die Symptome auslöst sondern eine ganze Reihe unterschiedlicher Faktoren (multifaktorielle Erkrankung). Zu den Ursachen zählen:

• Vorangegangene Magen-Darm-Erkrankungen (postinfektiöses Reizdarmsyndrom)

• Veränderte Zusammensetzung der Darmflora (Dysbiose)

• Unterschwellige Entzündungen der Darmwand

• Störungen der Darmbarriere (Leaky Gut)

• Störung der Darmbewegung (Motilität)

• Störung im Darmnervensystem (Viszerale Hypersensivität)

• Falsche Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten

• Umweltfaktoren (z.B. Umweltgifte)

• Hormonelle Veränderungen (v.a. bei Frauen)

• Psychische Belastung (Stress, Trauma)

Die erste Anlaufstelle zur Abklärung der Symptome ist der Hausarzt. Dieser kennt Sie in der Regel am Besten und kann daher Ihre Beschwerden gut einordnen. Im Laufe des Diagnoseprozesse sind aber auch Fachärzte erforderlich, vor allem der Gastroenterologe.

 

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